Unser Lektoratsprozess

Wie angekündigt, berichten wir in diesem Beitrag direkt von der aktuellen Frontlinie, dem Lektorat des Textes für unser Buch über die Liemba, ehemals Goetzen.

Im Ergebnis eines breiteren Auswahlprozesses hatten wir uns im März 2013 für Gabriele Dietz entschieden. Die freie Lektorin war schon in diversen Bereichen rund um das Medium Buch aktiv, u.a. als Redaktionsassistentin im Luchterhand Literaturverlag, als Bildredakteurin im EMMA Frauenverlag sowie als Lektorin und spätere Herausgeberin der Elefanten Press Kinderbücher. Ihr Leistungsspektrum geht mit Bildredaktion, Korrektorat, dem Verfassen von Gutachten als Entscheidungshilfe bei Buchprojekten sowie dem Schreiben von Texten für Klappen, Broschüren und Flyern deutlich über das übliche Lektorat hinaus. Dieser Hintergrund, wie insbesondere auch der persönliche Kontakt, haben uns die finale Entscheidung für eine Zusammenarbeit mit ihr letztlich recht einfach gemacht.

Anfang April 2013 erhielt sie den vollständigen Buchtext. Wie vereinbart, kam er schon am 19.04.2013 komplett überarbeitet zurück. Mit vielen rot markierten Stellen. Im Änderungsmodus. Seitdem sitzen Rolf und ich permanent am Rechner und diskutieren Anmerkung für Anmerkung, Änderungsvorschlag für Änderungsvorschlag. Ganz offen: Diese Phase macht überhaupt keinen Spass. Zum einen hatten wir den Text ja irgenwie doch schon als fertig betrachtet, nun muss er noch einmal Seite für Seite neu angefasst werden. Andererseits wollen wir das Werk Anfang nächster Woche an die Layouter weiterreichen, um dann wieder rechtzeitig den Drucker beschäftigen zu können. Ein Teufelskreis…

Die Überarbeitung von Rechtschreibung und Grammatik hat bisher den geringsten Arbeitsanteil ausgemacht. Kurz drüberblicken und akzeptieren, was bleibt einem da schon anderes übrig. Aufwendiger sind Entscheidungen über generelle Stilistik, Fachbegriffe und Verständnisfragen.

Auch wenn unser Liemba-Buch mit weitgehend allen historischen Fakten der Entstehungsgeschichte des Dampfers aufwartet, wird es doch im Stil einer Reisegeschichte daherkommen. Wir erzählen unsere Erlebnisse, daher bewusst mit persönlich-subjektiver Sprache, der unserer Lektorin ab und an zu locker erscheint. Fachbegriffe rund um das Schiff aber auch mit Blick auf die historischen Situationen sind wiederum für alle nicht einfach zu meistern. Wie hießen z.B. Regionen, Völker oder allein schon der Tanganjikasee in den unterschiedlichen Epochen ganz genau? Werden die Leser später wissen, was sich hinter Begriffen wie Grin, Mohawk oder Boma verbirgt? Soll schließlich der Epilog ersatzlos gestrichen werden? Oder besser nicht? Ein weites Feld.

Übrigens haben wir mittlerweile einen konkreten Veröffentlichungstermin ins Auge gefasst. Bis dahin bleibt es spannend, werden sich wohl noch diverse Änderungen ergeben. „Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer.“ Xavier Naidoo hatte uns gewarnt.

Apropos: Wie sind eure Erfahrungen beim Lektorat – ähnlich oder komplett anders?

Bis zum nächsten Mal,

Sarah Paulus

Die Autoren:  Sarah Paulus  &  Rolf G. Wackenberg

Advertisements
Galerie | Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s