SOS Liemba

Ab und an berichten wir von unserem Mailverkehr, über persönliche Erfahrungen und Geschichten rund um die Liemba, vormals Goetzen. In diesem Zusammenhang hat uns nun Michael Kahlert ein Kleinod zugeschickt: Die Nr. 158 der Heftromanreihe ‚SOS – Schicksale deutscher Schiffe‘ mit dem Titel ‚Dampfer Hedwig von Wissmann‘.

Die Serie erschien laut Wikipedia von 1953 bis 1960 im Arthur Moewig Verlag in 200 Ausgaben und wurde ab 1978 vom Pabel Verlag unter dem Titel ‚SOS – Schiffsschicksale auf den Meeren der Welt‘ erneut herausgegeben.

In Ausgabe 158 beschreiben die Autoren Albert Röhr und Otto Mielke die Geschichte der Hedwig von Wissmann. Auf Seite 23 ist folgendes zu lesen:

… Hedwig von Wissmann als größtes Schiff auf dem Tanganjika-See sollte nicht lange allein bleiben. Auf der Gouvernementswerft in Kigoma befand sich bei Kriegsausbruch bereits ein zweiter Dampfer im Zusammenbau, der noch erheblich größer werden sollte, als der belgische Neubau, nämlich rund 1200t und den Namen ‚Graf Götzen‘ erhalten hatte. …

… Unter der Leitung des Maschinistenmaaten der Reserve, Ingenieur Hübener von der Firma Philipp Holzmann in Berlin, der in Deutsch-Ostafrika eingezogen worden war, wurde unter Einsatz aller vorhandenen Kräfte, insbesondere unter Mitwirkung des Maschinenpersonals des Vermessungsschiffes Möwe, an der Fertigstellung des Dampfers gearbeitet. …

Das ist nun wirklich interessant: Unter der Leitung von Ingenieur Hübener?! Von Philipp Holzmann Berlin? Wir blättern noch einmal nach, erneut auch bei Wikipedia:

… Da die gesamte Hellinganlage der Querstapellaufanlage aufgrund des Kriegsausbruches nicht mehr geliefert wurde, musste der Stapellauf improvisiert werden. Der Ingenieur Friedrich Hübener der Firma Philipp Holzmann ließ vor der Werft ein Dock graben, in welches das Schiff allmählich hinabgelassen wurde. Dann wurde der Damm, der die Dockgrube von dem See trennte, durchstochen, worauf das Schiff am 5. Februar 1915 aufschwamm. …

Viele heutige Schriften zu den Gegengenheiten im Jahr 1915 beziehen sich auf den Bericht von Kapitän Zimmer vom März 1931 an das Marinearchiv Berlin. Auch wir haben uns z.B. im Kapitel 12 unseres Buchs ‚Von GOETZEN bis LIEMBA‘ damit auseinandergesetzt. Es ist davon auszugehen, dass auch die beiden Autoren der Nr. 158 diesen Bericht als Informationsquelle genutzt haben.

Von Rüter, Wendt und Tellmann ist aber nirgendwo im Heft die Rede. Seltsam, da doch nach heutigem Allgemeinverständnis Anton Rüter den Bau der Goetzen geleitet haben soll, nicht Herr Hübener?!

Bislang haben wir dazu noch keine wirklich schlüssige Erklärung dafür gefunden. Sicherlich sollte künftig aber neben den Namen der drei Papenburger Werftarbeiter auch Friedrich Hübener aus Berlin genannt werden, wenn über den Zusammenbau des Dampfschiffs in Kigoma am Tanganjikasee gesprochen wird.

Viele Grüße

Rolf G. Wackenberg

Die Autoren:  Sarah Paulus  &  Rolf G. Wackenberg

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2 Antworten zu SOS Liemba

  1. Stefan Dösinger schreibt:

    Hallo,

    Mangels eines klaren Kontakt-Links verwende ich die Kommentarfunktion um über meine vor kurzem stattgefundene Reise zur Liemba zu berichten.

    Ich habe die Alte Dame am Montag, dem 16 Juni 2014 besichtigen können. Der ursprüngliche Plan, mit dem Schiff gen Süden zu fahren ließ sich leider nicht erfüllen, da es im Moment wegen eines defekten Generators und anderen Reparaturarbeiten im Hafen von Kigoma liegt. Dennoch haben wir eine sehr interessante Führung durch das Schiff bekommen.

    Die erwartete Reperaturdauer war 2-3 Wochen, abhängig hauptsächlich davon wann benötigte Ersatzteile eintreffen.

    Mehr Details und Fotos sind natürlich verfügbar. Bei Interesse kann ich sie gerne zur Verfügung stellen.

    Beste Grüße

    • LIEMBA schreibt:

      Hallo Stefan,
      vielen Dank für die interessante Info zur Liemba – natürlich sind wir sehr an den Fotos interessiert. Wir würden Sie dann gern hier im Blog auch für alle anderen Leser veröffentlichen. Bitte direkt an artissageberlin@yahoo.de schicken!
      LG, Sarah Paulus

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