Die Liemba fährt wieder

Die Nachricht, die wir eben von Daniel Rumenyela erhalten haben, ist sehr kurz, hat es aber in sich. Wir wollen sie daher auch sofort mit euch teilen:

MV LIEMBA on its routine today.

Wir können es noch gar nicht recht glauben, denn noch vor einigen Tagen hatte Daniel uns folgende Zeilen geschrieben:

Yes, MV Liemba has been docked for months now. The problem is in one of her generators whose clang shaft has brocken down. MV Liemba has 3 generators. On every trip one generator is put on and the remaing two stand by in case of emergence. Now one of them is not working and according to the order given by Surface and Marine Transport Reguratory Authority, it was ordered that Liemba should stay on dock till the said defective generator is repaired. As you know, MV Liemba uses machines which can not be easily obtained locally. To get them one has to press an order to the manufacturer. Several local manufacturers have tried their level bast in vain. Efforts are still taken to fix a new generator. How ever it is very expensive for Marine Services Company to do all these.

Damit hatten wir erstmals in Erfahrung bringen können, warum die alte Dame Liemba seit Monaten nicht über den Tanganjikasee fuhr. Daniel spricht wahrscheinlich von den Caterpillar-Generatoren, die neben den MAN-Motoren tief im Rumpf des Schiffes zu finden sind (siehe Detail-Foto oben).

Daniel haben wir übrigens vor einiger Zeit in Kigoma kennengelernt. Er hatte sich dem Team angeschlossen, das uns die noch immer existierenden Hafenanlagen aus der Zeit zeigte, als die Goetzen am See zusammengesetzt wurde (siehe Foto unten).

Vielen Dank an Daniel und seine Mitstreiter für die gute Nachricht. Hoffen wir, dass das Schiff tatsächlich wieder seine tägliche Routine aufnehmen kann.

Hoffnungsvolle Grüße

Rolf G. Wackenberg

Die Autoren:  Sarah Paulus  &  Rolf G. Wackenberg

 

 

 

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10 Antworten zu Die Liemba fährt wieder

  1. michlmichl schreibt:

    Hallo Sarah, Hallo Rolf

    Seit Monaten verfolge ich über Euren Newsletter die Situation in Kigoma. Sehr interessant und danke dafür! Nun gibt es endlich positive News von der Liemba, aber ich weiss trotzdem nicht recht, ob ich lachen oder weinen soll. Angesichts der bedauerlichen Zustände im Maschinenraum der Liemba ist es nur ein Frage der Zeit, bis das nächste wichtige Equipment ausfällt. Anlass dazu geben mir meine eigenen Beobachtungen und Erfahrungen auf der Liemba.

    Am 11., bzw. am 12. Dezember 2013, fuhr ich mit der Liemba gegen Süden. Die Abfahrt der alten Lady verzögerte sich um 29 Stunden. Grund: Generatorenausfall. Während die Mechaniker enthusiastsich an der Reparatur arbeiteten, waren keine genauen Gründe über die Art des Defekts zu erfahren. Yussuf liess mich während dieser Zeit nicht in den Maschinenraum und drückte sich um Erklärungen über den Stand der Arbeiten. Das war einerseits positiv, weil wir (es trafen sich zufällig noch 3 weitere Wazungu auf dieser Fahrt) die Stadt besichtigen konnten (und uns verpflegen konnten, auf dem Schiff gab es nämlich nichts). Umständlich war, dass man uns auf Zusehen vom Schiff liess und wir alle 2-3 Stunden zurückkehren mussten.

    Durch die vielen Gespräche mit Yussuf und den Mechanikern wurde aber dann doch der ganze desaströse Zustand im Maschinenraum klar: Es waren alle 3 Generatorenblöcke (2 für die Stromversorgung, 1 für Notstrom) am Arsch! Man versuchte aus Teilen des einen Betriebsgenerators den zweiten zu flicken (siehe Bild anbei), was wie gesagt nach 29 Stunden gelang. Die ganze Zeit war auch der Notstromgenerator defekt. In diesem Zustand fahre man schon seit Monaten, gestand Yussuf. Also einer immer out, der zweite immer auf dem Zahnfleisch, der Notströmler immer out.

    Damit das Schiff im Hafen über Strom verfügte (Licht, Pumpen, Kommandobrücke, Maschinenraum), zog man ein Versorgungskabel zum Anschlusskasten an der Mole. Der Strom daraus reichte aber nicht für alle Verbraucher auf dem Schiff. Anfangs flogen die Sicherungen reihenweise raus, bis man sich durchrang, entweder den Kochherd oder die Pumpen wechselweise auszusschalten. Wie Ihr ja auch gesehen habt, sind die Kochherde ziemlich heavy Stromverbraucher, die zudem Stunden brauchen, bis sie heiss sind und das Zeug drauf gar ist. Das war der Grund, warum es während der Wartezeit nichts zu essen gab und es bis zur ersten Mahlzeit nach der Abfahrt rund 3 Stunden dauerte (Dinner gab’s dann erstmals eine Stunde nach Mitternacht des 13. Dezember!).

    Wobei noch anzufügen ist, dass die Liemba durch die Verspätung noch eine Nacht in Kasanga verbringen musste, weil sie nicht mehr in Mpulungu anlegen konnte (es wäre Mitternacht geworden). Insgesamt summierte sich die Verspätung bis Mpulungu auf etwa 40 Stunden.

    Anzufügen bleibt auch, dass auf der ganzen Fahrt ein Mitarbeiter aus der Marketingabteilung der MSC Ltd. mitfuhr (zufällig?). Er interessierte sich sehr für die Zu- und Umstände auf dem Schiff und staunte nicht schlecht ob der Unzulänglichkeiten, z.B. bei den Toilettenanlagen. Ich glaube zwar nicht, dass sein Bericht an die Zentrale irgendwas bewirken wird.

    Tant pi. Es war dennoch eine gei

    • LIEMBA schreibt:

      Hallo Michael,
      vielen Dank für den langen Vor-Ort-Bericht. Tja, Du hast schon recht, wann das nächste Schiffsteil den Dienst quittiert, weiß niemand. Gut also, dass es zumindest für den Moment mit der Liemba weiter geht. Zudem gibt es ja gerade aktuell einige hoffnungsvolle Ansätze in dieser Hinsicht – wir werden zu gegebener Zeit ausführlich darüber berichten.
      Klaus hat in seinem Kommentar schon gefragt und auch wir schließen uns an: Dein Bericht ist leider mittendrin abgebrochen und das Foto, das Du anhängen wolltest, hat es wohl auch nicht bis zur Veröffentlichung geschafft. Wenn Du willst, schick uns doch einige Fotos und den Rest Deiner Worte.
      Beste Grüße in die Schweiz,
      Sarah

  2. Klaus schreibt:

    wow, ein weiterer spannender livebericht vom schiff. dieser blog hier ist für mich zu so etwas wie der ‚Liemba Chronicle‘, wenn ich das mal so titulieren darf. ich schaue immer weider rein, um zeitnah informiert zu sein. großen respekt, sarah und rolf – und für euer großes buch natürlich auch.
    @michlmichl: leider ist der kommentar abgebrochen. könnten wir noch den rest erfahren? wäre super.
    lg, klaus

  3. Brigitte und Roland H. schreibt:

    Danke für die Informationen. Gut, dass die Liemba wieder unterwegs ist – sie darf nicht „untergehen“.
    Grüsse aus dem Schwarzwald
    Brigitte und Roland

  4. Björn schreibt:

    Tolle Neuigkeiten!
    Wenn ich das hochrechne wären die nächsten Abfahrtstermine 29.10., 12.11. und 26.11..
    Kann dies Irgendjemand bestätigen?

    • LIEMBA schreibt:

      Hallo Björn,

      ich kann Deine Daten zwar nicht bestätigen, aber wir haben vor einigen Tagen folgende Info direkt aus Tansania erhalten, die Dir ein wenig als Antwort zu Deiner Frage dienen könnte:

      … I did email on the 1st October to say that the Liemba was going to sail that day and that she was going to start her normal schedule again. I wonder where it went to? Anyhow, yes, she did sail that week and she is due to sail again on the 15th October …

      Ihr alter Rhythmus war 14tägig, was durchaus auch jetzt zutreffen könnte. Jetzt musst Du also wieder rechnen, aber vielleicht hilft es etwas?!

      Viel Spaß dabei, Rolf

  5. Andre schreibt:

    Hallo,

    ich war bei der Jungfernfahrt am 1. Oktober dabei. Daraus hervor ging eine Seite bei wikivoyage, die viele aktuelle Informationen zur MV Liemba enthält. Wie immer bei wiki-Projekten kann da gerne zugearbeitet werden:
    https://en.wikivoyage.org/wiki/MV_Liemba

    Besten Gruß

    PS: Auf der Rückfahrt gab es nach Yussufs Aussagen schon wieder Probleme mit dem Generator. Wir hatten immerhin nur 1 Tag Verspätung bei der Rückkehr in Kigoma.

    • LIEMBA schreibt:

      Hallo Andre,
      besten Dank für die Info.
      Kannst Du uns ein paar aktuelle Fotos von der Fahrt und dem Schiff schicken, die wir hier veröffentlichen können?
      Das wäre super: artissageberlin(a t)yahoo.de
      Gruß, Sarah

  6. Harald schreibt:

    Gute Nachrichten, freut mich.
    Gruß, Harald

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