Bundespräsident Gauck in Tansania

Es bewegt sich etwas hinter den Kulissen, die Politik arbeitet still, scheinbar nachhaltig, an einer Lösung für die Liemba, vormals Goetzen. Doch der Reihe nach:

Verderben viele Köche den Brei? Ende 2013 sah es so aus. Alle Bemühungen um die Erhaltung der Liemba waren im Netzwerk internationaler Formalitäten und gegenseitig hochgesteckter Erwartungen auf Grund gelaufen. Was selbst dem Schiff gehörig auf den Magen schlug. Ihr Gesundheitszustand gestaltete sich immer unsicherer. In der Zeit von Juli bis Oktober 2014 fiel ihre Dienst dann beinahe komplett aus.

Ein Ende mit Schrecken? Nicht doch. Es weht wieder frischer Wind durch die Korridore der Politik. So überraschte Außenminister Steinmeier schon im März 2014 die Öffentlichkeit, besuchte auf der ersten Afrikareise seiner zweiten Amtszeit Tansania und erwähnte in einer Rede die Liemba als Symbol für die langjährigen und wertvollen Bande zwischen Tansania und Deutschland. Mit Staatspräsident Kikwete und Außenminister Membe wurde über eine Generalüberholung als gemeinsam zu finanzierendes Projekt gesprochen.

Ein Gegenbesuch des tansanischen Transportministers fand Anfang Oktober 2014 in Berlin statt. Auf der Agenda von BMZ und KfW steht einmal mehr die Entsendung eines Expertenteams zur technischen Inspektion.

Und gleich zum Anfang des neuen Jahres, vom 2. bis 6. Februar 2015, reist nun Bundespräsident Gauck gemeinsam mit Vertretern der deutschen Wirtschaft zu einem Staatsbesuch nach Tansania. Ein Treffen mit Staatspräsident Kikwete steht auf dem Programm, politische Gespräche mit Vertretern der Oppositionsparteien und der Zivilgesellschaft ebenso. Vermutlich wird auch das Liemba-Projekt hier und da thematisiert.

Dieses Projekt würde gut in den Kontext der afrikapolitischen Leitlinien der Bundesregierung sowie die neue Afrika-Politik des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung passen, so auch Franz Hiss, Vorsitzender des Vereins Run Liemba.

Stellen sich damit im aktuellen Jubiläumsjahr um Stapellauf und Jungfernfahrt die Zeichen auf Grün? Man darf darauf hoffen.

Doch bis das Schiff tatsächlich grundsaniert ist, wird die Besatzung wohl weiter so gut es geht improvisieren müssen, um die Liemba wacker wie bisher durch die Fluten des Tanganjikasees stampfen zu lassen.

Herzliche Grüße aus Berlin

Sarah Paulus

Die Autoren:  Sarah Paulus  &  Rolf G. Wackenberg

=> Nachtrag, 29.01.2015:

Für diejenigen unter euch, die es ganz genau wissen wollen, nachfolgend der genaue Terminplan des Staatsbesuchs von Bundespräsident Gauck und seiner Frau Daniela Schadt in der Vereinigten Republik Tansania:

Dienstag, 03.02.2015

09.30 Uhr: Begrüßung mit militärischen Ehren durch den Präsidenten der Vereinigten Republik Tansania, Herrn Jakaya Mrisho Kikwete und Frau Salma Kikwete

10.10 Uhr: Vier-Augen-Gespräch mit dem Präsidenten der Vereinigten Republik Tansania

10.30 Uhr: Gespräch mit dem Präsidenten der Vereinigten Republik Tansania im erweiterten Kreis

11.00 Uhr: Begegnung mit der Presse

12.30 Uhr: Mittagessen mit Wirtschaftsvertretern, gegeben vom Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in der Vereinigten Republik Tansania

16.00 Uhr: Besuch der Lutherischen Kirche von Daressalam

16.50 Uhr: Gespräch mit Vertretern der Zivilgesellschaft

20.00 Uhr: Staatsbankett zu Ehren des Bundespräsidenten und von Frau Schadt, gegeben vom Präsidenten der Vereinigten Republik Tansania und Frau Kikwete

Mittwoch, 04.02.2015

08.45 Uhr: Frühstück mit Vertretern des Parlaments der Vereinigten Republik Tansania

09.45 Uhr: Fahrt mit der Fähre nach Sansibar

11.15 Uhr: Begrüßung mit militärischen Ehren durch den Präsidenten von Sansibar, Herr Ali Mohamed Shein

11.30 Uhr: Gemeinsamer Gang entlang der Uferpromenade zum Hotel

14.00 Uhr: Gespräch mit dem Präsidenten von Sansibar

15.00 Uhr: Teilnahme an einer Sitzung des „Gemeinsamen Friedensrates Religiöser Führer in Sansibar“

16.40 Uhr: Begegnung mit deutschen „Weltwärts“-Freiwilligen

17.10 Uhr: Flug nach Arusha

Donnerstag, 05.02.2015

08.50 Uhr: Gespräch mit dem Präsidenten des Afrikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte und Völkerrecht

09.30 Uhr: Gespräch mit dem Generalsekretär der Ostafrikanischen Gemeinschaft

10.30 Uhr: Rede des Bundespräsidenten vor Vertretern der EAC Organe und Zivilgesellschaft der Ostafrikanischen Gemeinschaft

13.15 Uhr: Flug nach Seronera

14.15 Uhr: Ankunft auf dem Seronera-Flugfeld

14.35 Uhr: Besichtigung des Seronera Besucherzentrums

15.50 Uhr: Symbolische Übergabe des neuen Kontrollzentrums gegen Wilderei

 

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