Was gibt es Neues, Liemba?

Anfang 2015 hatten wir in einem Beitrag über den Stand der Sanierungsbemühungen rund um die Liemba, vormals Goetzen, berichtet. Nun war es Zeit nachzufragen, ob sich seitdem Neuigkeiten ergeben haben.

Im März hat sich dazu das BMZ, das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, wie folgt geäußert (in Auszügen):

  • Es wurde bisher ein Rechtsgutachten erstellt und eine technische Inspektion des Schiffes in Kigoma/Tansania vorgenommen.
  • Die im November/Dezember des letzten Jahres durchgeführte erste technische Inspektion hat ergeben, dass der Stahlkörper des Schiffes – gemessen an der gegenwärtigen Stahldicke – nur noch ein Drittel der bei einem Schiff zu erwartenden normalen Lebendauer vor sich hat. Maschinen, technische Geräte und andere Ausrüstungsgegenstände müssten fast vollständig erneuert werden.
  • Die Liemba stünde bei einer Rehabilitierung für zwei Jahre für den Schiffsverkehr auf dem Tangangjikasse nicht zur Verfügung. Diese Zeit wäre notwendig, um die notwendigen Instandsetzungs- bzw. Umbauarbeiten ordnungsgemäß durchzuführen.
  • Eine vollumfängliche Prüfung ist noch nicht durchgeführt worden. Aspekte des Bedarfs, der Gesamtkosten, der Kosten-Nutzenrelation, der Nachhaltigkeit sowie der sozio-okonomischen, sozio-kulturellen und ökologischen Auswirkungen etc. sind noch nicht untersucht worden.
  • Auch die Trägerfrage für den zukünftigen Betrieb des Schiffes wäre bei einer Prüfung zu behandeln. Hierbei ist zu prüfen, ob der Träger zu einem aus sozialer, betriebswirtschaftlicher und ökologischer Sicht nachhaltigen und korruptionsfreien Betrieb des Schiffes fähig wäre bzw. ob ein möglicher zusätzlicher Unterstützung- bzw. Betreuungsbedarf durch Fachkräfte sowie notwendige Aus- und Fortbildung bestünde.
  • Eine kostenintensive, aus öffentlichen Mitteln zu finanzierende Investitionsmaßnahme muss dem zu Recht an die Bundesregierung gestellten Anspruch auf einen verantwortlichen Umgang mit Steuermitteln standhalten.
  • Das Rechtsgutachten sowie die erste technische Inspektion hatten zum Ziel, dem BMZ erste Informationen zu verschaffen, auf deren Basis entschieden werden muss, ob eine Durchführbarkeitsstudie und nachfolgend vollumfängliche Prüfung durchgeführt wird oder nicht.

Da stockt einem der Atem. Jedem Beteiligten war klar, dass eine Sanierung der alten Dame nicht einfach wird. Aktuell sieht es aber eher danach aus, als würden die Bemühungen einmal mehr vom unerbittlichen Zahnrad der Bürokratie zermahlen.

Eine schreckliche Vorstellung.

Rolf G. Wackenberg

Die Autoren:  Sarah Paulus  &  Rolf G. Wackenberg

 

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Eine Antwort zu Was gibt es Neues, Liemba?

  1. Steffen schreibt:

    Schade, dabei sieht man an „Berichten“ wie diesem hier, dass das tatsächlich mal sinnvolle, angewandte und notwendige Entwicklungshilfe sein würde: http://www.sueddeutsche.de/leben/bilder-des-tages-momentaufnahmen-im-mai-1.2461851-8

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